Außenpolitik

 

Eine so bedeutende Handelsstadt wie Betis, die direkt dem König unterstellt ist, hat selbstverständlich großen Einfluß auf Reichspolitik und auswärtige Beziehungen. Gesandte und Diplomaten fremder Länder gehen ein und aus und müssen angemessen, aber keinesfalls unterwürfig hofiert werden. Die Feinheiten der Diplomatie sind den Betisern deshalb bestens vertraut.

Schon viele Adelige und Diplomaten mussten erleben, wie ihnen mit einer Art "lässiger Ironie" die Ehre erwiesen wurde. In der Tat sehen sich viele Betiser als frei geboren und blicken mit einer gewissen Belustigung auf adelige Traditionen und erstarrte Formen. Wo die "jungen" Familien wie Pasdrigosa noch eifrig adelige Verhaltensweisen nachahmen und ein Stück Abglanz davon erhoffen, haben dies die alteingesessenen Patrizier längst nicht mehr nötig.

 

Herzog-Uriel-II.-Atoll

Die Brazachfeste

Die "Mondkatzen"-Affäre

Die "Bernsteinzimmer"-Affäre

Die Hochland-Tage


Dauerhafte Handels-Niederlassungen derzeit:

Aturien
Nurian

 
 

Das beruht wohl vor allem darauf, dass jeder Patrizier theoretisch bei der nächsten Wahl Doge werden könnte und damit vom Rang her jedem Fürsten gleichgestellt wäre. Diese Tatsache macht den Umgang mit ihnen für Barone sicher nicht einfach...

Dementsprechend gestaltet sich die Betiser Außenpolitik:
Ein Staatsbesuch wird mit dem nötigen Respekt empfangen, aber auch mit aller Prachtentfaltung. Mögen die Betiser auch Pfeffersäcke genannt werden, so sind sie doch vor allem reiche Pfeffersäcke!

 

Helios-Bote 32 - Fürst Waldemar wird erwartet

Ein Sprecher des Großen Rates zu Betis kündigte nach dem herzlich gefeierten Besuch des Prinzen von Thal nun einen weiteren hohen Gast in der Stadt an. So soll in den ersten Wochen des 2.Poena der aus Norrland-Brassach zurückgekehrte Fürst Waldemar von Drachenhain nach Betis kommen und die Stadt besichtigen, welche er schon seit längerer Zeit nicht mehr besucht hatte. Der Doge persönlich, so der Sprecher, habe sich um diesen Besuch des Fürsten bemüht.

 

Helios-Bote 33 - Fürst Waldemar folgt Einladung zum Staatsbesuch nach Betis

Seine Durchlaucht, Fürst Waldemar von Drachenhain, haben offensichtlich am Reisen durch die heligonischen Lande Geschmack gefunden. So ging der Fürst nach der Markgrafschaft Norrland-Brassach, nun auf direktem Wege einer Einladung gen Betis nach. Nach beschwerlicher Fahrt erreichte seine Durchlaucht die freie Reichsstadt am späten Abend. Dennoch führte Fürst Waldemar - nach einer kurzen erholsamen Ruhepause - sogleich hinter verschlossener Tür intensive Gespräche mit dem Dogen. Es heißt, engere wirtschaftliche Zusammenarbeit und wohl auch die Rolle der Templer von Ankur am Brazach sollen Themen gewesen sein. Tatsächlich war seine Durchlaucht beim nächsttätigen Empfang voll der Ruhmesworte ob des ceridischen Ordens. Was bei diesem Treffen jedoch tatsächlich gesprochen wurde, darüber wurde von beide Seiten Stillschweigen gewahrt. Seine Durchlaucht logieren für die Dauer seines Aufenthalts, man spricht von mindestens einem Mond, im Drachenhainer Stadthaus. Die Regierung des Fürstenhauses übergab seine Durchlaucht für die Zeit seiner Absenz seinem Sohn Prinz Leomar. Gerüchten zufolge würde Fürst Waldemar gerne noch weitere Länder des Königreiches, beispielsweise die Freigrafschaft Sedomee, bereisen.
Drachenhainer Hofchronist, Schillwunk "die Feder" Radeweyd

 

Der Versuch, sich aktiv an militärischen Aktionen zu beteiligen, scheiterte jedoch:

Helios-Bote 37 - Betiser Hilfe unerwünscht!

Alle Betiser waren begeistert vom Kriegszug in den Norden um unser Königreich vor den ödländischen Horden zu beschützen. So war es auch für den Betiser Stadtrat selbstverständlich, Unterstützung zu schicken, als darum gebeten wurde. Diplomaten, Rechtsgelehrte sowie Ärzte wurden entsandt, frohen Mutes dem König unter der Führung von Baron Krator von Rebenhain dienen zu dürfen. Umso überraschter waren dann Francis Lettini, Anführer der Betiser Gesandtschaft, und dessen Mitreisende, als sie von Baron Krator zurück nach Betis geschickt wurden. Gerüchten zufolge war es eine persönliche Entscheidung des Barons, auch hieß es, die Ablehnung der Betiser Hilfe habe etwas mit dem ceridischen Glauben Lettinis zu tun. Nach bekannt werden dieser Nachricht waren enttäuschte Stimmen im Großen Rat zu hören. So meinte Berthold Seferin, zugleich Mitglied des Hohen Rates: "Wenn das Gerücht stimmt, dass die Betiser Hilfe wegen des Glaubens unseres Abgesandten abgelehnt wurde, dann ist das ein schwerwiegender diplomatischer Fehlgriff. Denn hat nicht seine Allerdurchlauchtigste Majestät Helos Aximistilius Tertius selbst zur Toleranz aufgerufen? Und ist diese nicht vor allem in einer Zeit, in der das Reich von außen bedroht wird, absolut von Nöten? Wir, und damit spreche ich für ganz Betis, hoffen inständig, dass es andere, vernünftige, Gründe für die Zurückweisung unserer Hilfe gab."



Böse Zungen behaupten, man hätte einfach nur die günstige Gelegenheit wahrgenommen, etwa 300 "Diplomaten, Rechtsgelehrte sowie Ärzte" im Ödland zu "entsorgen", da es sich überwiegend um unerwünschte Störenfriede und lästige Sonderlinge gehandelt habe. Baron Krator habe das freundliche Geschenk jedoch noch frühzeitig durchschaut.
Nichtsdestotrotz fand seitdem kein derartiger Versuch mehr statt, und würde heute auch jemand um Unterstützung bitten, so würde man nur entrüstet auf jene Zurückweisung deuten und reinen Gewissens ablehnen.

Ganz schön schlau.

Leider ist es nicht immer so einfach.
Das Verhältnis zu Thal ist schon aufgrund der gemeinsamen Geschichte meist angespannt und schwierig. Thal hat Betis die Loslösung nie wirklich verziehen, gingen dem Fürstenhaus damit doch nicht unerhebliche Steuereinnahmen verloren. Letzter Rest dieser Verbundenheit ist das Zugeständnis des Rates, dem Baron von Welzen dauerhaft Sitz und Stimme im Hohen Rat zu gewähren, da die Stadt einst zu seinem Lehen gehörte.
Dazu besitzt er auch das Recht, eine Stadtgarde, die "Corragios", zu unterhalten und auszurüsten. Diese stehen der Betiser Stadtwache gegenüber, was zu fortwährenden Kompetenz-Streitigkeiten im täglichen Stadtgeschehen führt.