Der Stadtrat

 
 

 

(Großer und Hoher Rat, derzeitige Mitglieder, welche Macht haben sie? Wo residieren sie? Welche Ämter / Magistrate sind ihnen unterstellt?) inneres Gleichgewicht

 

Helios-Bote 27

Eine Schande für den Stand der Reichsstadt

Trotz der nur zurecht geschehenen Unleserlichmachung der Rede des Stadtratsältesten zu Quellstedt im letzten Helios-Boten, verbreitete sich der Unsinn, den dieser Vertreter Quellstedts verfocht, in ganz Heligonia und kam so auch uns, dem Stadtrat zu Betis zu Ohren. Und so möchten wir auch gar nicht auf die ganzen anderen unverzeihlichen Fehler des neuen Stadtrates aufmerksam machen, hat uns diese Last doch Amtsdirektor Egbert von Vogelberg schon im letzten Boten abgenommen, wofür wir ihm herzlich danken möchten.
Nein, vielmehr wollen wir hiermit zum Ausdruck bringen, daß der Stadtratsälteste mit seiner ohne Zweifel von kindlicher Logik bestechenden Hetzrede keinesfalls mit der Zustimmung des Stadtrates von Betis rechnen sollte. Er mißbrauchte den von Quellstedt erworbenen Rang als freie Reichsstadt schändlichst und ist wohl der Meinung, er könne sich nun Dinge erlauben, für die Andere zurecht aufgeknüpft werden. Es ist bemerkenswert, welche Gedanken wohl im Kopf des Stadtratsältesten vor sich gingen, so ist er anscheinend der Meinung, Quellstedt unterstehe nun auch nicht mehr der heligonischen Halsgerichtsordnung, was ihn gleich dazu veranlaßte, gegen dieses göttliche Recht aufs Schlimmste zu verstoßen.
Wir erlauben es uns, an dieser Stelle nicht die einzelnen Punkte der Rede zu diskutieren, in Anbetracht der Lächerlichkeit derselben in ihrer Gesamtheit. Es verwundert, wie ein solcher Mann in den Stadtrat gewählt werden konnte, bedenkt man seine offenkundige Abneigung gegen sämtliches heligonisches Recht, welche höchstwahrscheinlich nicht erst seit diesen Tagen besteht. So macht es Angst, da in diesem Rat noch weitere neunzehn Mitglieder sitzen, die von gleicher Überzeugung sein könnten, wovon uns der Eine bewahren möge.
Doch möchten wir dies nicht beschreien, nein, wir sollten unsere Hoffnungen in sie setzen, es endlich zu schaffen, ihr verfluchtes teemooranisches Erbe von Bord zu werfen und der Würde, die der Stand einer freien Reichsstadt verlangt, auch gerecht zu werden. Was wir velangen, ist ein Zeichen des Stadtrates zu Quellstedt, einen Schritt in diese Richtung zu machen und deshalb den Stadtratsältesten Theo Franzler unverzüglich sämtlicher Ämter zu entheben und ihn gemäß Kapitel 2, Artikel 8 der heligonischen Halsgerichtsordung anzuklagen. Die edlen Damen und Herren Heligonias mögen verzeihen, was im Namen einer freien Reichsstadt angerichtet wurde und in ihrer Weisheit die törichte Rede als das beurteilen, was sie ist: die Meinung eines Verräters, der in der rebellischen und jedes göttlichen Rechtes verachtenden Tradition Teemooraniens steht und deshalb unverzüglichst seine gerechte Strafe erfahren sollte.