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Die Akademie,
gelegen am äußeren Rand der Stadt, um den Künstlern die
nötige Ruhe für ihr Schaffen zu erlauben, wurde im Jahre 3 n.A.III
gegründet.
Zuvor waren in Betis zwar schon verschiedene
Kunstschaffende ansässig, allerdings ohne viel miteinander zu arbeiten.
Diese schlossen sich eines Tages zusammen, um gemeinsam in Form einer Akademie
den Nachwuchs zu fördern -- und natürlich ihren eigenen Bekanntsheitsgrad.
Um allerdings den Ideen der zukünftigen
Maler, Modeschöpfer, Musiker usw. nicht zu viele ungewollte Grenzen
zu setzen, wurde absichtlich auf Bürokratie und übertriebene
Ordnung innerhalb der Akademie verzichtet. So sind die Angehörigen
der Akademie entweder Künstler oder deren Angestellte. Hierarchie
und Standesbewusstsein sind hier Fremdwörter, so dass es zwar einen
Vorsteher gibt, darunter aber beginnt schon das kreative Durcheinander.
Aus diesem Grund existieren auch keine Fakultäten, sondern nur Gruppen
oder einzelne Personen, die sich für ein bestimmtes Thema interessieren.
Die Akademie besitzt heute eine kleine
Villa am Rande der Stadt, in welcher die meisten Seminare abgehalten sowie
Modenschauen und Ausstellungen gezeigt werden. Für repräsentativere
Gegebenheiten - wie zum Beispiel die Abschlussmodenschau der Schneider
- werden natürlich größere und prächtigere Örtlichkeiten
von der Stadt zur Verfügung gestellt. Außerdem finden viele
Seminare und Zeichenstunden auch an anderen Orten statt, ganz wie es den
Gönnern der Akademie genehm ist.
Der Rektor
Der Rektor kümmert sich hauptsächlich
um die Außenrepräsentation sowie die Verbindungen zum Stadtrat.
Es ist üblich, dass er gar nicht in der Akademie anzutreffen ist,
sondern vielmehr an Sitzungen des Großen Rates teilnimmt, um sicherzugehen,
dass auch genügend Gelder im nächsten Jahr fließen werden.
Der Name des derzeitigen Rektors ist
Giacomo Passone, ein schon etwas älterer Schneidermeister, selbst
aber nicht mehr in dem Metier aktiv (Zitat: "Die Leute von heute ziehen
sich doch Sachen an, die hätte ich nicht mal zum Kanaltauchen benutzt.
Die verstehen meine Kunst ja gar nicht mehr.") Deshalb hat er sich auf
den Posten des Rektors zurückgezogen und unterhält ausgezeichnete
Verhältnisse zu den meisten der Betiser Patrizierfamilien, was der
Akademie viele Gönner und damit viel Geld eingebracht hat.
Der Vorsteher
Die eigentlichen Geschäfte der
Akademie, also die Organisation von Ausstellungen und Konventen, die Anwerbung
von Dozenten und Studenten etc., leitet der Vorsteher. Er ist sozusagen
der Chef im Haus und hat das Sagen. Es gibt festangestellte Dozenten und
Gastdozenten für die verschiedensten Fachrichtungen, ganz nach dem
Gusto des Vorstehers, der Studenten und (vor allem) der Geldgeber.
Der Akademierat
Wenn es etwas zu besprechen gibt, wird
das mit dem Vorsteher oder in Ausnahmen mit dem Rektor ausgemacht. Einmal
im Semester trifft sich außerdem der Akademierat, eine Vollversammlung
aller Dozenten sowie (typisch Betis) Studentenvertreter. Dieser Akademierat
ist aber die meiste Zeit damit beschäftigt, sich gegenseitig für
die hervorragende Arbeit zu loben und den neuesten Tatzelfelser Honigmeth
zu kosten. Wirklich wichtige Dinge werden selten besprochen. Schließlich
gibt es in Betis ja auch genügend Gönner. Und solange es Gönner
gibt, gibt es auch keine Probleme. Meistens zumindest.
Gönner und Mäzene
Nicht selten bezahlen nämlich die
Betiser Patrizierfamilien die Jahresgehälter der Dozenten. Da kann
es dann schon einmal vorkommen, dass die Jahresabschlussarbeit der Malklasse
ein Familienportrait der Familie Corvese ist. Die eher unsichere Finanzierung
und schwierige langwierige Planung hat es deshalb auch seit jeher verhindert,
dass sich Fakultäten gebildet haben.
Dozenten und Gäste
Malerei und Grafiken: Jantiff Gilvenlohe,
einer der bekanntesten Künstler aus Betis
Feinmechanik: Horatio Brock, bekannter
Uhrmacher
Malerei: (Susanne Schlott)
Architektur: (Andreas Reicke)
Techniken der Malerei: (Thomas Konrads)
Tanzkunst: Magistra Findabair U'Mad,
Bardin
Musik: (Arnulf Breuer)
Mechanik: Magister Hannes Reichenbach
(...)
Prominente Abgänger
Bekannte Abgänger der Akademie
sind die Modeschöpfer Georg am Armi, Juup Cannal und Arl von Lagerfels,
das Dreigestirn der Betiser Modewelt.
Das Wunderkind Bonifazio nahm an der
Akademie seine ersten Gesangsstunden (bevor dieser verwöhnte Bengel
dann einen Privatlehrer haben wollte, weil seine Mitschüler ihn wegen
seiner hohen Stimme immer gehänselt haben).
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Die Akademie im Stadtgeschehen
Helios-Bote Nr. 28
‚Wundervoll' war wohl eines der am meisten
gebrauchten Worte, als am sechsten Tag des 1.Helios im großen Saal
der Ratshalle eine Vernissage von Betis' wohl begabtestem Künstler
Jantiff Gilvenlohe eröffnet wurde. Waren zur Eröffnung nur hohe
Gäste geladen, so können die gemeinen Bürger der Reichsstadt
die Ausstellung noch bis zum 18.Tag des 2.Helios besuchen.
Helios-Bote Nr. 30
Bestaunt wurde in den vergangenen Wochen
die fertiggestellte Brazachfeste. Trotz des wohl unanfechtbaren Nutzens
des Bauwerks wurde vor allem aus Künstlerkreisen Kritik laut. So urteilte
Arl von Lagerfels: "Groß und häßlich."
Helios-Bote Nr. 37
Glanzvoll war die Präsentation
der Sommermode von den abgehenden Studenten der "Akademie der schönen
Künste zu Betis". Auch Georg am Armi zeigte sich erstaunt von der
vorzüglichen Qualität der Arbeiten: "Erstaunlich!"
Bei der Gründungsfeier der Universität
zu Cambrück übergab Vincent Battista Corvese im Namen der Stadt
Betis feierlich ein von Jantiff Gilvenlohe angefertigtes Wappen an den
Lordkanzler der Universität. Auch der anwesende Dekan der Academia
Rei Praeheliotica, Rasmus Adastrasus, erhielt ein solch meisterliches Werk
für die erst vor kurzem in Idyllie gegründete Akademie.
Helios-Bote Nr. 41 - Am-Armi-Skizze
aufgetaucht
Lange war eine geheime Modeskizze des
bekannten Betiser Schneidermeisters Georg am Armi verschwunden und erst
kürzlich auf dem Konvent der schönen Künste von einem zwielichtigen
Kerl entdeckt und gestohlen worden. Gerüchten zufolge befindet sich
auf der Skizze ein unglaublich schöner, wirklich grandioser Gehrock,
ganz in der gewohnt hohen Qualität des Meisters. Große Verwirrung
machte sich nach dem Diebstahl breit und niemand wusste, was genau mit
der Skizze geschehen war und wohin sie gebracht wurde. Doch jetzt kam es
zur glücklichen Überraschung: Den Dogen erreichte ein Brief von
Mama Nelli, welche sich auf dem Konvent persönlich dafür eingesetzt
hatte, diese wertvolle Skizze für den Besitzer und die öffentliche
Modewelt zu sichern und sie nun dem Oberhaupt der Stadt zu überantworten.
Der Doge übergab die Skizze dem Großen Rat, welcher entschied,
das Kunstwerk dem Herrn Georg am Armi zurückzugeben. Der Rat sprach
in einer öffentlichen Sitzung der ehrlichen und verdienstvollen Mama
Nelli den Dank der Stadt Betis aus.
Helios-Bote
Nr. 41 - Die Geschehnisse beim Konvent der schönen Künste
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